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Fahrt in den Tod

Der englische Regisseur Paul Hyett konstruiert mit „Howl – Endstation Vollmond“ einen spannenden Horrorfilm mit Werwölfen, der sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Die ganze Handlung spielt sich in einem Regionalzug ab. Die letzte Fahrt des Fahrplans wird für die meisten Passagiere ihr Ziel nie erreichen. Als Hauptfigur des Films fungiert Joe, ein junger, idealistischer und integrer Schaffner, der heimlich in seine Kollegin verliebt ist, die sich im Zug um den Bordbistro kümmert. Ausgerechnet in dieser verhängnisvollen Nacht traut er sich, sie zum Ausgehen einzuladen. Dazu wird es nicht mehr kommen. Doch die bevorstehende Ausnahmesituation bringt sie einander dermaßen intensiv nahe, dass sie ihre Chance auf die Liebesbeziehung bekommen, obwohl sie nur eine kurze Nacht andauert.

Abgesehen von der Liebesgeschichte der beiden, die insgesamt zurückhaltend inszeniert wird, geht es in „Howl“ in erster Linie um den Kampf gegen blutrünstige, unkontrolliert-animalische Wesen, die sich erst des Lokführers bemächtigen und es dann nach und nach auf jeden einzelnen Fahrgast abgesehen haben. Sie verschaffen sich Zugang ins Innere des Zuges und können nur mit Gewalt und Zusammenhalt zeitweise zurückgehalten werden.

Der Überlebenswille des Einzelnen kollidiert auf längerer Sicht mit einer rationalen Erfassung der Situation, so dass es zu unüberlegten, egoistischen Übersprungshandlungen kommt, die den Monstern in die Hände spielen. Ein Biss von den Wolf-Mensch-Kreaturen und man wird einer von ihnen. Liebe und Freundschaft zählen nichts mehr, es geht nur noch um die Befriedigung des Hungergefühls auf frisches Menschenfleisch.

„Howl“ unterhält und amüsiert dank einer straffen Inszenierung, einer eindrücklichen Maske und insbesondere durch offenen wiederkehrenden Humor. Seine große Stärke besteht eindeutig darin, dass der Film auf den ernsthaften Ton verzichtet, der vielen Filmen des Genres anhaftet. Die Konzentration auf einen beengten Schauplatz wie die Wagen eines Zuges erweist sich zudem ebenfalls als überzeugend und treffsicher.

Seit dem 8. April 2016 ist die DVD/Blu-ray zum Film von Capelight Pictures erhältlich.
Bild: „Howl“ von Paul Hyett, 2015, Capelight Pictures, mit Ed Speleers, Holly Weston, Shauna Macdonald

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