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An der Blaschkoallee in Neukölln befindet sich einer von sechs hinduistischen Tempeln Deutschlands. Der Sri Mayurapathy Murugan-Tempel, kurz Murugan-Tempel, wurde im September 2013 von einem Teil der Berliner hinduistischen Gemeinde, der aus Sri Lanka stammt, erbaut.

„Pujas“

Die Gemeinde hat in Berlin ungefähr 3.000 Mitglieder. Der Tempel dient ihnen als sakralen Ort für ihre täglich stattfindenden Verehrungszeremonien, die so genannten „Pujas“. Diese können sowohl im Tempel als auch im eigenen Haus der Gläubigen stattfinden. Dabei handelt es sich um ein Ritual der Ehrerbietung an Gott. Er wird eingeladen, als Gast anwesend zu sein, während man ihm Gebete widmet und Speisen opfert. Diese Gaben werden im Anschluss, nach einer Segnung, von den Gläubigen gemeinsam verzehrt.

Das größte Fest des hinduistischen Kalenders wird im August mit einem mehrere Wochen dauernde Festival gefeiert. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten findet eine Prozession statt, bei der das Bildnis des Gottes Murugan in einem festlichen Umzug durch die Straßen geführt wird.

Verbindung zum Universum

Murugan ist unter verschiedenen Namen bekannt, für die tamilischen Hindus ist er eine der wichtigsten Gottheiten. Er ist eine Art „Kriegsgott“, der für den Kampf gegen Dämonen, böswillige weltliche oder religiöse Kräfte einzutreten hat. Seine Attribute sind die Lanze und der Pfau, auf dem er reitet. Im Berliner Tempel, der nach ihm benannt ist, befindet er sich als Skulptur im Zentrum des Raumes unter einem Baldachin. Neben ihm befinden sich seine zwei Ehefrauen, rechts Devayani und links Valli.

Ebenfalls im Tempel untergebracht sind Murugans Bruder Ganesha, mit Elefantenkopf, und seine Eltern Shiva und Parvati. Zudem wichtig sind die neun Planetengötter Navagraha, die in einem Schrein aufbewahrt werden. In einem weiteren Schrein, der gegenüber Murugan steht, befindet sich Vairavar, die Inkarnation Shivas, die als Schutzgott des Tempelkomplexes fungiert. Der Tempel ist nach einem geometrischen Diagramm aufgebaut, das die Struktur des Universums widerspiegeln soll. Eine symbolische Verbindung zwischen der Welt der Götter (dem Universum) und der Welt der Menschen wird dadurch hergestellt, und der Tempel dient als Brücke.

Als Priester wird ein Brahmane, ein Mitglied der höchsten Kaste des hinduistischen Kastensystems, aus Indien für eine Amtszeit von mindestens zwei Jahren, berufen. Er übernimmt die Zeremonien, die nach strengen Regelungen durchgeführt werden und beherrscht die Sprache der heiligen Schriften, der Veden, die für die Riten notwendig sind.

Auch Nicht-Hindus sind eingeladen, den Tempel zu besuchen und an einer der Zeremonien teilzunehmen. In diesem Sommer war der Tempel eine Station der Veranstaltungsreihe „Lange Nacht der Religionen“. Die unzähligen Figuren auf dem Dach des Tempels und im Innenraum sind in vielen unterschiedlichen Farben dargestellt. Der Betrachter sieht sich mit einer unendlich wirkenden bunten Vielfalt konfrontiert, die sehr faszinierend ist. Beim Besuch ist man vielen Eindrücken ausgesetzt. Insgesamt ist das Kennenlernen der verschiedenen Gottheiten und ihrer Wirkungsgebiete sehr spannend.

 

Weitere Informationen

http://www.mayurapathy-murugan-berlin.de/

 

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