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Anlässlich des Feiertags der Flämischen Gemeinschaft fand am 9. Juli in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin ein Konzert klassischer Musik statt. Unter dem Motto „Flanders State of the Art“ feierte die flämische Vertretung in Deutschland die kulturelle Vielfalt des niederländischsprachigen Teils Belgiens.

Die Gruppe Capriola Di Gioia (ital. „Purzelbaum aus Freude“) wurde 2007 durch die Sopranistin Amaryllis Dieltiens und den Musiker (Cembalo und Orgel) Bart Niesens gegründet. In der barocken Berliner Kirche, einem der schönsten sakralen Innenräume der Stadt, traten sie gemeinsam mit einem Theorbisten (Jurgen De Bruyn), einer Cellistin (Catherine Jones) und einer Violinistin auf. Alle Instrumente sind historischen Baus und stammen aus der gleichen Zeit wie die aufgeführten Kompositionen, nämlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Dieltiens und Naessens haben am Konservatorium in Brüssel studiert, an dem François-Joseph Fétis ab 1832 Direktor war. Fétis hat eine große Sammlung der für ihn bedeutendsten Partituren angelegt. Aus diesem Repertoire haben Capriola Di Gioia geschöpft und für ihr neues Programm eine Auswahl getroffen, die Kantaten wie auch rein instrumentale Stücke umfasst.

Unter den berücksichtigten Komponisten befinden sich Alessandro Scarlatti (1660-1725), Vater des großen Klavierkomponisten Domenico Scarlatti (1685-1757), Giovanni Bononcini (1670-1747) und Carlo Caproli (ca. 1615-1673). Während die Kantaten dieser Autoren für eine heitere und gleichzeitig feierliche Stimmung sorgten, beeindruckten insbesondere die Sonaten ohne Gesang. Baldassare Galuppis (1706-1785) „Sonata in re maggiore“ wurde von Naessens alleine am Cembalo aufgeführt. Der leicht metallische, aber doch sonore Klang des historischen Instruments füllte den Raum und faszinierte auch das wenig geschulte Gehör. Genauso spannend war die Aufführung von Giovanni Zambonis (um 1650 – um 1730) „Ceccona“ aus den „Sonate d’intavolatura di leuto“ von 1718. Hier spielte ausschließlich die Theorbe, die Bassvariante der Laute, ein gitarren- artiges Instrument mit einem an die Mandoline erinnernden Bauch und einem überlangen Saitenhals. Der Klang ist melodiösen und gleicht dem einer Harfe.

Als eindeutiger Höhepunkt des Konzerts konnte die vierteilige „Sonata in a-minore“ (RV 44) von Antonio Vivaldi (1678-1741) gelten. Insbesondere das „allegro poco“ und das „allegro“ waren großartig: Leicht und rhythmisch bewegt, einfallsreich und komplex. Unter den mehr elegischen Stücken der Auswahl stach das von Vivaldi als Ausnahme hervor.

Der Vorzug der historischen Instrumente liegt klar darin, dass sie leiser sind als die modernen. Der gewölbte und eher intime Raum der Kirche eignete sich hervorragend für diesen ebenso intimen Klang. Das Konzert war eine Erholung für die Sinne, die im Allgemeinen bei musikalischen Veranstaltungen vor allem hoher Lautstärke ausgesetzt werden.

Das Konzert von Capriola Di Gioia leitete einen Empfang zu Ehren des Vertreters der flämischen Gemeinschaft in Deutschland, Herr Walter Moens, ein. Er wird in Kürze seinen Posten als Repräsentant der Flanderns in Berlin aufgeben. Die flämische Repräsentanz leistet einen bedeutenden Beitrag zur Wahrnehmung der kulturellen Vielfalt Flanderns
in Deutschland.

Weitere Informationen

www.caprioladigioia.be
www.flandern.be/berlin

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