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Am 24. Mai fand in Berlin die 2. Lange Nacht der Kulinarik statt. Am Programm nahmen zwanzig gastronomischen Betriebe aus vier Bezirken der Stadt teil. In Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg und Schöneberg hatten die Gäste die Möglichkeit, in den verschiedenen Lokalen von der Vorspeise bis zum Nachtisch Spezialitäten aus unterschiedlichen geografischen Regionen zu kosten.

Das Prinzip der Veranstaltung ist sehr interessant und an sich eine hervorragende Gelegenheit für Interessierte, außergewöhnliche internationale Gerichte kennenzulernen. Jedem Besucher der Langen Nacht der Kulinarik steht es frei, bezirksübergreifend jeden der teilnehmenden Betriebe zu besuchen. Doch stand schon sehr schnell fest, dass bereits die Tour durch einen der Stadtteile sehr sportlich werden würde.

In Kreuzberg bestand die Auswahl aus kleineren Bistros und Weinstuben, die sich auf südländische Kochtraditionen spezialisiert haben. Im Azafran Gourmet in der Lenaustr. 5 wurde der Gast mit einer kalten Platte an Fleisch- und Käsesorten empfangen, die je zu einem Einheitspreis von drei Euro angeboten wurden. Es stellte sich heraus, dass man damit leider auf seinem Hunger blieb: Die zwei halben Brotscheiben waren mit dem iberischen Serranoschinken wenig großzügig belegt. Eine französischsprachige Chansonnière untermalte den Abend mit ihrem melancholischen, aber wenig einschmeichelnden Vortag und trug nicht wesentlich zur Aufheiterung bei.

Anders war es im Goldenen Krümel an der Dieffenbachstr. 69, wo ein reichhaltiges, ständig aufgefülltes Büffet zur Verfügung stand. Es lag im Ermessen der Besucher, einen monetären Beitrag für die getesteten Kostproben zu leisten. Diese konnte zwischen verschiedenen köstlichen Empanadas mit verschiedenen Füllungen aus Bohnen, Kartoffeln, Reis und mehreren Gemüsesorten, Salaten, Suppen und unterschiedlichen Kuchen auswählen. Hier mischen die Betreiber die Kochtraditionen aus Deutschland mit denen aus Spanien und Lateinamerika. Empanadas sind insbesondere in der Region Galizien sehr beliebt und eignen sich hervorragend als Vorspeisen oder Hauptgerichte, die sich jedem Geschmack anpassen lassen.

Das Brio Bistro in der Graefestraße wird von Italienern aus Rom geführt und hatte für den Abend alkoholische Cocktails wie Spritz Aperol mit Oliven oder anderem Knabberzeug im Angebot. Die Preise waren allerdings eher überhöht und waren keine besonders günstige Gelegenheit, das Lokal kennenzulernen. Ähnlich war es im äußerst schönen und grundsätzlich einladenden Café und Kuchenladen Chocolateria Sünde am Heinrichplatz. Die selbstgemachte vegane Schokolade ist köstlich und wahrscheinlich sind es auch die toll aussehenden Kuchen und Torten, doch die Preise des Angebots waren nirgends ersichtlich. Dies löste eine gewisse Unbehaglichkeit aus, da jeder Preis erfragt werden musste und sie, abgesehen davon, doch ziemlich hoch waren.

So ist es prinzipiell eine sehr schöne Idee, eine solche kulinarische Erkundung Berlins anzubieten, doch empfiehlt es sich, für eine weitere Ausgabe zusätzliche Restaurants aufzunehmen, die ein preiswerteres Angebot haben. Das Kennenlernen der verschiedenen Lokale, das sich angesichts der gewaltigen Berliner Auswahl kaum von selbst versteht, sollte im Mittelpunkt stehen. Dies kann aber für die Gäste zu einem teuren Spass werden, wenn man sich weiterhin an den Preisen dieser Ausgabe der Langen Nacht orientiert.

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